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KI-gestützter Beurteilungsassistent: Wie 19 Pflegeexpert:innen von digitaler Unterstützung profitieren

KI-gestützter Beurteilungsassistent: Wie 19 Pflegeexpert:innen von digitaler Unterstützung profitieren

Der Pflegealltag wird immer komplexer. Pflegefachpersonen stehen unter hohem Zeitdruck, die Anforderungen an die Dokumentation steigen stetig, und gleichzeitig soll genügend Zeit für die Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner bleiben. Viele dieser Herausforderungen lassen sich nicht allein durch zusätzliche Ressourcen lösen. Es sind vielmehr Lösungen gefragt, die Pflegefachpersonen gezielt entlasten und ihnen den Rücken für ihre eigentliche Aufgabe freihalten: die Pflege und Begleitung von Menschen.

Genau hier setzt der KI-gestützte Beurteilungsassistent an, den die Oase Health Solutions AG gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Praxis entwickelt. Die zentrale Frage dabei lautet: Kann Künstliche Intelligenz Pflegefachpersonen bei zeitaufwendigen administrativen Aufgaben unterstützen, ohne dabei die fachliche Verantwortung zu übernehmen? Die ersten Ergebnisse zeigen klar: Ja.

Zwei Pflegefachpersonen und ein OHS-Berater am Laptop. Die Infografik zeigt das Pilotprojekt zur Integration von speeKI in easyDOK.

Ein Projekt aus der Praxis für die Praxis

Im Rahmen des Innosuisse-Projekts «Co-Pilot für die Langzeitpflege» untersuchte Sandra Rosch in ihrer Masterarbeit, wie künstliche Intelligenz Pflegefachpersonen bei zeitaufwendigen Beurteilungs- und Evaluationsaufgaben unterstützen kann. Der dafür entwickelte Beurteilungsassistent entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Oase Health Solutions AG, der Information Management Research Group (IMRG) der Universität Zürich mit Dominik Frauchiger sowie dem Institut für Informations- und Prozessmanagement (IPM) der OST mit Dario Stähelin.

Von Beginn an stand dabei nicht die Technologie im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Aufgaben im Pflegealltag besonders zeitaufwendig sind und wo digitale Unterstützung einen konkreten Nutzen schaffen kann. Auf dieser Grundlage wurde ein Prototyp entwickelt und gemeinsam mit Pflegeexpert:innen aus der Langzeitpflege getestet: Insgesamt beteiligten sich 19 Fachpersonen aus 10 Institutionen an der Evaluation. Ihre Rückmeldungen lieferten wertvolle Einblicke in die tatsächlichen Herausforderungen der Praxis und halfen dabei, die Lösung konsequent an den Bedürfnissen der Anwenderinnen und Anwender auszurichten.

Zwei Funktionen für mehr Unterstützung im Pflegealltag

Der Beurteilungsassistent unterstützt Pflegefachpersonen in zwei Bereichen, die heute mit erheblichem Zeitaufwand verbunden sind.

Evaluationen schneller und fundierter erstellen: Wer Pflegeziele oder Massnahmen evaluiert, kennt die Herausforderung: Relevante Informationen sind oft über zahlreiche Dokumentationseinträge verteilt. Das Evaluations-Modul durchsucht die vorhandenen Dokumentationen automatisch, fasst relevante Informationen zusammen und verlinkt diese direkt mit den entsprechenden Quellen. Dadurch bleibt jederzeit nachvollziehbar, auf welcher Grundlage eine Einschätzung erstellt wurde. Statt viel Zeit mit Suchen und Zusammenstellen von Informationen zu verbringen, können Pflegefachpersonen ihre Zeit auf die fachliche Beurteilung konzentrieren.

Veränderungen frühzeitig erkennen: Veränderungen im Gesundheitszustand oder Pflegebedarf entwickeln sich häufig schleichend. Der Abweichungs-Monitor analysiert deshalb fortlaufend die vorhandene Dokumentation und erkennt Hinweise auf mögliche Veränderungen. Pflegefachpersonen erhalten dadurch frühzeitig Anhaltspunkte, wann eine vertiefte Beurteilung oder ein Reassessment sinnvoll sein könnten. Die KI liefert Hinweise, die Entscheidung bleibt jederzeit beim Menschen.

Was bringt das in der Praxis?

Die Rückmeldungen der teilnehmenden Fachpersonen beantworten diese Frage eindeutig. Geschätzt wurde vor allem, dass relevante Informationen nicht mehr mühsam zusammengesucht werden müssen: Statt zahlreiche Dokumentationseinträge zu durchsuchen, erhalten Pflegefachpersonen die wichtigsten Fakten übersichtlich aufbereitet. Mehrere Pflegefachpersonen berichteten zudem, dass sich der Aufwand für Evaluationen deutlich reduzieren lässt. Eine Pflegeexpertin schilderte beispielsweise, dass sie die Evaluation von zwei Bewohnenden in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeit erledigen konnte.

Andere Pflegende beschrieben die automatische Zusammenstellung relevanter Informationen als eine grosse Unterstützung für ihren Arbeitsalltag. Insbesondere die Verbindung zwischen den Auswertungen und der zugrunde liegenden Dokumentation wurde als wertvoll wahrgenommen. Interessant war dabei, dass sich die Rückmeldungen nicht allein auf die Zeitersparnis bezogen: Mehrere der Expert:innen gaben an, sich durch die strukturierte Aufbereitung der Informationen sicherer in ihren Beurteilungen zu fühlen und ihre Arbeit als angenehmer zu empfinden. Die Technologie wurde dabei klar als Unterstützung der pflegefachlichen Arbeit wahrgenommen, nicht als Ersatz für die Expertise von Pflegefachpersonen. Die Rückmeldungen zeigen somit deutlich: Der grösste Nutzen liegt nicht darin, Entscheidungen zu automatisieren, sondern darin, schneller auf die richtigen Informationen zuzugreifen und fundierte Entscheidungen treffen zu können. Das spart Zeit – Zeit, die dort eingesetzt werden kann, wo sie den grössten Mehrwert schafft: bei den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit

KI-basierte Software muss Vertrauen schaffen. Deshalb wurde grosser Wert darauf gelegt, dass sämtliche Ergebnisse nachvollziehbar bleiben. Informationen werden nicht einfach als Empfehlung ausgegeben, sondern lassen sich direkt bis zur entsprechenden Dokumentation zurückverfolgen. Pflegefachpersonen sehen so jederzeit, welche Beobachtungen und Einträge zu einer Auswertung geführt haben. Das erhöht die Transparenz und stärkt zugleich das Vertrauen in die Ergebnisse.

Digitale Unterstützung statt digitaler Ersatz

Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, welches Potenzial KI für die Langzeitpflege bietet: Nicht als Ersatz für Pflegefachpersonen, sondern als digitales Assistenzsystem, das administrative Aufgaben vereinfacht, Informationen strukturiert aufbereitet und Veränderungen frühzeitig sichtbar macht. Für Pflegeinstitutionen bedeutet dies weniger Aufwand bei Evaluationen, mehr Transparenz in pflegerischen Prozessen und eine bessere Grundlage für fundierte pflegerische Entscheidungen.

Vor allem aber bedeutet es eines: mehr Zeit für die Menschen in ihrer Betreuung. Genau darin sehen wir die Zukunft digitaler Unterstützung in der Langzeitpflege – nicht Technologie um der Technologie willen, sondern Lösungen, die Pflegefachpersonen konkret entlasten und ihre tägliche Arbeit unterstützen.

Wenn Sie mehr über unsere intelligenten Lösungen erfahren möchten oder Fragen haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht.

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